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MT Melsungen: Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Michael Roth, Trainer von MT MelsungenZoom
Michael Roth, Trainer von MT MelsungenFoto: Eibner-Pressefoto
20.12.2012 - 01:24 Uhr

Der Sensationssieg beim THW Kiel ist vergessen. Beim Auswärtsspiel gegen den HSV erlebte MT Melsungen einen rabenschwarzen Tag. “Heute hat gar nichts funktioniert”, gab Michael Allendorf (26) nach Spielende zu. “In der Abwehr klappte nichts, im Angriff genauso wenig. Auch die Torhüter hatten nicht ihren besten Tag. Der HSV hat uns mit ihren Gegenstößen überrannt.” Trainer Michael Roth (50), der auf die verletzten Leistungsträger Felix Danner (27) und Alexandros Vasilakis (33) verzichten musste, sah seine Mannschaft gegen die Hamburger ebenfalls chancenlos. “Sie haben eine starke Abwehr gestellt, mit der wir ein paar Probleme hatten. Und sie haben ihren Gegenstoß gut gespielt, was wir eigentlich verhindern wollten. So war das Spiel fast schon zur Halbzeit entschieden.“ 

Noch keine Spitzenmannschaft 

Immerhin konnte Michael Allendorf dem Ergebnis auch etwas Positives abgewinnen. „Nach dem Highlight in Kiel kommt die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt. Keiner darf abheben und denken, die Bäume wachsen in den Himmel. Nun sind wir zurück auf dem Boden der Tatsachen.“ Das Ziel dieser Saison war von Anfang an ein einstelliger Tabellenplatz. Daran halten Trainer und Spieler fest. 

Als eine Spitzenmannschaft sehen sich die Tabellenachten keinesfalls. „Es reicht nicht, nur einmal gegen eines der wirklichen Top-Teams zu gewinnen. Man muss schon über einen längeren Zeitraum zu den Besten gehören, und damit meine ich mehrere Saisons“, sagte Vasilakis. Doch bis spätestens 2015, das haben die Verantwortlichen festgelegt, möchte man europäisch spielen. Dass man im DHB-Pokal Viertelfinale auf den Zweitligisten ThSV Eisenach trifft und beste Chancen auf das Final-4 hat, ist ein netter Bonus. 

Das Spiel des MT Melsungen hat sich verbessert. Die Abwehr, in der vergangenen Saison der große Schwachpunkt, steht nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtung von Daniel Kubes (34) sicherer. Dass der THW Kiel über zwölf Minuten kein Tor erzielte, war der beste Beweis. Auch mit den Torhütern ist Michael Roth zufrieden. Per Sandström ist der Routinier, Neuzugang Mikael Appelgren das große Talent. Nur beim HSV erlebten beide einen schlechten Tag. Appelgren parierte 23 Prozent aller Bälle, Sandström sogar nur 17 Prozent. 

Keine launische Diva mehr 

Mit gelegentlichen Rückschlägen muss man in Melsungen leben. Nicht alle Neuzugänge konnten sich bereits voll in der Mannschaft integrieren. Während Malte Schröder (25) auf einem sehr guten Weg ist, scheinen Jonathan Stenbäcken (25) und besonders Phil Räbiger (22) noch Zeit zu brauchen. „Wichtig ist, dass wir Niederlagen wie heute gegen den HSV wegstecken und uns sofort wieder auf das nächste Spiel fokussieren“, stellte Roth klar. 

Die launische Diva vergangener Tage möchte man nicht mehr sein. „Wir sind nicht mehr die MT Melsungen, die Woche zu Woche ein Hoch oder ein Tief hat. Die letzten Wochen haben wir konstant unsere Leistung gebracht“, ergänzte Michael Allendorf. Komplimente gab es auch von HSV-Trainer Martin Schwalb: „Melsungen ist eine Mannschaft, die an sich glaubt und viel Selbstvertrauen ausstrahlt. Sie haben in Kiel mit viel Cleverness und taktischen Mitteln gespielt. Die Mannschaft ist unheimlich gefährlich.“

Der Akku ist leer

Noch zwei Spiele sind im Jahre 2012 zu bestreiten. Am Samstag wird der TV Großwallstadt zu Gast sein, am 2. Weihnachtstag folgt das Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen. „Langsam ist auch bei uns der Akku alle“, gab Michael Roth zu. Viele Spieler schleppen sich praktisch durch die letzten Saisonspiele. Grigorios Sanikis (32) leidet noch an den Folgen eines Bandscheibenvorfalls, Kapitän Nenad Vuckovic (32) hat seine Fersenprellung noch nicht komplett auskuriert, und Michael Allendorf lag bis Montag mit einer Grippe im Bett. Trotzdem: Gegen den Tabellenvorletzten TV Großwallstadt ist ein Sieg eingeplant. Dann hätte man laut Roth eine hervorragende Hinrunde gespielt. Bei den Löwen hingegen nimmt Melsungen die Außenseiterrolle ein. Logisch: Damit hat man in Kiel gute Erfahrungen gemacht… 

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