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Interview mit Sven-Sören Christophersen zu seinem gestrigen Comeback

"Standard halten, neue Aspekte ins Auge fassen"

Sven-Sören ChristophersenZoom
Sven-Sören ChristophersenFoto: Eibner-Pressefoto
04.01.2013 - 12:21 Uhr

Beim Champions-League-Spiel mit den Füchsen Berlin in Zagreb war das Außenband im rechten Knie eingerissen. Seit Ende November musste Sven-Sören Christophersen deshalb in der Reha um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft kämpfen. In der VIDA Arena in Växjö kehrte der 27-Jährige am Donnerstag in den Wettkampf zurück. Die Bilanz des gut 20-minütigen Einsatzes beim 26:20 gegen den Olympiazweiten Schweden: zwei Tore und gute Aktionen in der Abwehr. Vor den nächsten Testspielen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Spanien (11. bis 27. Januar) zeigt sich Christophersen optimistisch. Weitere Gelegenheiten zum Proben gibt es am Samstag erneut gegen Schweden (O2 World Hamburg, Anwurf 15.45 Uhr, live im NDR) und am Mittwoch gegen Rumänien (Porsche-Arena Stuttgart, Anwurf 20.15 Uhr, live bei Sport1).

Die Wie-geht-es-Frage ist nicht sehr ausgefallen für den Einstieg in ein Interview, aber bei Ihnen bietet sich das an.
Christophersen: "Es hat sich gut angefühlt. Das letzte Spiel war fast sechs Wochen her. Deshalb freut es mich, dass ich nach dem Einstieg im Training auch den Einstieg in den Spielbetrieb geschafft habe. Und dass das Knie wenig meckert. Es sind sicher noch ein paar ungewohnte Bewegungen, und man muss gerade im Wettkampfstress Knie und Körper einfach wieder vertrauen, um sich auf das Spiel konzentrieren zu können. Das hat schon ganz gut geklappt. Das Teamergebnis hat gestimmt, ich hatte zwei Torerfolgem in der Abwehr konnte ich mich gut einbringen - insofern bin ich mit dem Einstieg sehr zufrieden und hoffe, dass ich darauf aufbauen kann. Das gibt mir auch ein bisschen Sicherheit hinsichtlich der WM, dass ich da wirklich helfen kann."

Hatten Sie immer ein gutes Gefühl, dass Ihre Reha einen positiven Verlauf nimmt?
Christophersen: "Anvisiert waren vier Wochen Pause. In Steinbach habe ich noch zwei Tage individuell trainiert. Erst dann bin ich in die Zweikämpfe eingestiegen. Das hat sich alles positiv entwickelt. Ich muss natürlich mit den Begleiterscheinungen leben: Die Schulter zwickt ein bisschen, wenn die Wurfbelastung wiederkommt. Das ist einfach ein anderes Pensum. Nach einer längeren Pause muss man sich auch daran wieder gewöhnen, aber das Knie hält. Und ich bin zuversichtlich, dass wir die kurze Zeit bis zur Weltmeisterschaft gut nutzen können."

Musste Bundestrainer Martin Heuberger viel Vertrauen haben, um Sie für die WM zu nominieren?
Christophersen: "Wir haben regelmäßig telefoniert, uns ausgetauscht und beschlossen, nichts zu übereilen. Mitte Dezember habe ich ihm gesagt, dass es sein könne, dass ich kein Bundesligaspiel mehr mache. Martin hat auch mit unserem Arzt gesprochen, der prognostiziert hatte, dass ich in der letzten Dezemberwoche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen könne. Und so war es letztlich auch. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kann das gut klappen."

Jetzt liegt der erste von drei WM-Tests hinter Ihnen und der Mannschaft. Was ist von dem 26:20 in Schweden zu halten?
Christophersen: "Erstmal ist es super, für das neu zusammengesetzte Team mit einem Erfolgserlebnis in das neue Jahr und in die Vorbereitung zu starten. So etwas gibt immer Selbstvertrauen. Man muss natürlich auch sehen, dass die Schweden ihren Kader ein wenig umgebaut haben und nicht mit dem Team angetreten sind, mit dem sie im vergangenen Sommer Olympiasilber gewonnen hatten. Deshalb sollte man das relativieren, ohne dass runterzuspielen. Auch so ein Duell muss man auswärts erst einmal gewinnen."

Und die Art und Weise?
Christophersen: "Das haben wir einer vernünftigen Art und Weise über die Bühne gebracht. Und das müssen wir in Hamburg noch einmal so hinbekommen, um das positive Gefühl beizubehalten. In Växjö waren für viele Spieler gute Momente im Spiel. Die Deckung mit einem guten Torhüter war sehr stabil. Wir müssen zusehen, dass wir diesen Standard halten und neue Aspekte ins Auge fassen. Potenzial ist allemal da. Im Angriff haben wir noch Möglichkeiten uns zu verbessern, da sind wir noch nicht so eingespielt. Das wird sich sicher noch über den Verlauf der WM-Vorrunde weiter festigen. Und auch das Gegenstoßspiel können wir noch mehr einbauen. Überall sind sehr gute Ansätze zu erkennen - darauf gilt es aufzubauen."

Sehr gute Ansätze haben auch die jungen Spieler Kevin Schmidt und Steffen Fäth gezeigt. Wie haben Sie deren Leistungen empfunden?
Christophersen: "Mit Kevin teile ich ein Zimmer. Er bringt guten, frischen Wind rein. Er hat unheimlich schnelle Beine und einen trickreichen Wurf. Kevin wird sicher ein guter Ersatz für den leider verletzten Uwe Gensheimer sein, aber man sollte die beiden nicht vergleichen - das sind unterschiedliche Spielertypen. Aber ich bin unheimlich überrascht, wie gut sich Kevin in der relativ kurzen Zeit eingelebt hat. Und ich fand es gut, dass er am Siebenmeterpunkt stand. Er wirkte da sehr sicher, und ich hoffe, dass er die Sicherheit weiter an den Tag legen kann."

Und Steffen Fäth?
Christophersen: "Es ist bekannt, dass er sehr wurfgewaltig ist. Eine Szene ist mir noch in Erinnerung geblieben, als er einen unheimlich guten Wackler gegen Tobias Karlsson, einen der besten Abwehrspieler der Bundesliga, gemacht und den einfach stehen gelassen hat. Es ist doch super, wenn wir einfach wissen, dass unsere Bank so breit ist und dort Leute sind, die Akzente setzen können. Das macht uns nur stärker."

Quelle: dhb.de
Tags: sven-sören christophersen
Autor: Handball.de
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